29. September 2003

Nach diesem Konzertabend war klar, warum das Gewandhaus-Quartett mit seinen Interpretationen weltweit zu den besten Ensembles gehört.

 

28.Januar 2004

IDEALE  Interpreten
 

Gewandhaus-Quartett Leipzig besticht mit Präzision.
Die Klangkultur des Quartetts, die Präzision und makellose Intonation sind einmalig.
Großartig die Interpretation von Mendelssohn-Bartholdys "Streichquartett Nr.6 f-Moll op.80" aus seinem Todesjahr 1847.
 


26.Februar 2004

Zupackend musiziert
 

Als das Gewandhaus-Quartett auf Einladung der Kammermusik-Gemeinde im Beethovensaal der Stadthalle gastierte, faszinierte es durch erlesene Spielkultur.

Nach vorbildlicher Haydn-Interpretation sondierte das Gewandhaus-Quartett im abschließenden Brahms-Opus 51/1 die leidenschaftlichen Fliehkräfte schon orchestral anmutender Kammermusik. Wieder wurde fabelhaft und sehr partiturgetreu musiziert.

Die sensationelle Vielfalt der Leipziger Gäste offenbarte sich schließlich sowohl im Spielwitz dreier Strawinsky-Miniaturen als auch - nach dem begeisterten Applaus - in den beiden Zugaben.


29. März 2004

Kammermusik mit Seele - und hochkultiviert

...bewiesen bei ihrem Gastaftritt im Konzerthaus, wie sehr sie sich verantwortlich fühlen, diese Spur hoher Musikalität weiterzuführen. Sie musizieren mit bestechendem Einsatz, mit bewundernswerter Homogenität und Variabilität.

Tief beeindruckend spielten sie im Rahmen ihres Programms auch Franz Schuberts Quartett d-Moll "Der Tod und das Mädchen".

Daß dise Vertreter hochkultivierter, mit ganzer Seele gebotener Kammermusik nicht ohne Zugaben davon kamen, versteht sich.


 

Heft 3 / März 2004

Selbstverständlich enorm

Das Leipziger Gewandhaus-Quartett spielt Beethovens Quartette - und gewinnt.

Was war denn das? Siiee-dlumm, ta, ta, taa - zweimal nacheinander, als ob jemand ausgleitet und dann kurz unwirsch herumtrommelt. Mitten im huschenden Scherzosatz des großen B-Dur-Quartetts op.130 hat Beethoven die Kauzerei eingebaut. Skrupellos wie keiner zuvor steuert er mit kühnem Rutsch ins Hauptthema zurück. Enorm, verblüffend muß das klingen, aber nicht derart ruppig, daß es den klanglichen Rahmen sprengt. eine kleine Herausforderung also - aber die vier Herren des Leipziger Gewandhaus-Quartetts machen sich einen Spaß daraus. Gleich mit allen Beethoven-Quartetten haben sie es jetzt aufgenommen, dem unbestrittenen Zentralmassiv klassischer Musik für vier Streicher; dennoch ist dem edlen Konvolut von neun CDs nirgendwo Konkurrenz anzumerken. Woher die gelassene Selbstverständlichkeit? Die Musiker erklären es aus Tradition. Seit fast 200 Jahren existiert das Quartett, das sich aus den Stimmführern im Leipziger Gewandhausorchester ergibt; von den heutigen Spielern führt der Weg über Schüler und Lehrer ein volles Jahrhundert zurück. Auf einer Bonus-CD, die auch Mitschnitte von 1916, 1968 und 1985 enthält, ist das zu verfolgen. Und bei allem Kontrast zwischen den hochromantischen Wogen der Stimmungen anno dazumal, der Neusachlichkeit in der zweiten Jahrunderthälfte und dem historisch erwärmten und doch analytisch geprägtem Ton heute: Überall wird deutlich, daß es den Leipzigern vor allem auf perfekten Zusammenklang ankam und ankommt. Entwaffnend knapp meint Gerhard Bosse, der von 1955 bis 1977 die erste Geige spielte:" Die Hörer sollen eigentlich nur Musik hören." Eine Selbstverständlichkeit vielleicht, aber doch eine, die enorm schwierig zu meistern ist. Bei den bescheidenen Leipzigern wird sie geradezu enorm selbstverständlich.

Johannes Saltzwedel


29. März 2004

Tongemälde mit herz und Seele

WIENER KLASSIK - Kammermusik in Reinkultur zauberten die Sachsen in den Saal - mit einem drängend impulsiven Spiel in den trotzigen Triolenschlägen der Eröffnung des Tongemäldes, mit fahlen Klängen im Trauermarsch, in dem sie den Eindruck erweckten, daß alles Blut aus der Musik gewichenh ist, und mit einem furiosem Jagd-Galopp am Schluss, dessen messerscharfen Punktierungen dem Tod, dem Mädchen und den Zuhörern tief ins Herz schnitten. Feiner und illustrativer kann man Kammermusik nicht zeichnen.

Berg hat den Interpreten kaum noch Freiraum gelassen. Selbst Stellen fürs Vibrato hat er vorgeschrieben. Die Kunst, diese analytische Musik dem Publikum nahe zu bringen, besteht darin, das dichte Klanggeflecht zu gliedern, wuchtige und sanfte Klänge in Einheit zu bringen und der atonalen Musik Seele zu geben. Eine Kunst, die das Gewandhaus-Quartett meisterlich beherrschte.




25.März 2004  Nr.14

Vom Hörbarmachen des "Achs"

 

Charakterlich nähert man sich ihm ein Stück, wer da für ein paar Wochen mit der Gesamtaufnahme der Streichquartette vom Leipziger Gewandhaus-Quartett durch die Gegend fährt, einem Satz dem Kanapee hinterherdöst ("Adagio ma non troppo" im sogenannten Harfenquartett ) oder am Schreibtisch die Noten verfolgt, denn die Leipziger spielen gewissermaßen mustergültig menschlich, sie finden den Romantiker im Revolutionär.

...man hört seine vielen "Achs" aus der Musik heraus, wenn das Gewandhaus-Quartett sozusagen mendelssohnisch wird, es ist und bleibt traditionell sein guter Hausgeist.

Es mangelt nämlich nicht an Furor, wenn die wunderbaren Musiker des Gewandhaus-Quartetts ... die in Rede stehende Fuge in Angriff nehmen, aber es dominiert eben trotz des "attacca subito" der Bratsche noch Ausgeglichenheit und Maß.